Analoge Fotografie : die Schwarz-Weiße Welt
Hallo liebe Freunde der „Analogen Kunst“ der Fotografie!
Es gibt leider nicht mehr viele von euch, aber diejenigen, die es immer noch machen, haben meinen vollen Respekt und große Achtung! Ihr sorgt dafür, dass dieses Handwerk nicht verloren geht und sich eine eigene Nische entwickelt, die ich „Analoge Kunst” nenne.
Erst mal ein paar Worte zu meiner Person:
Ich heiße Elena, bin keine 20 Jahre mehr alt, habe eine Familie und eine Leidenschaft: Fotografie. Ich versuche damit auch die eine oder andere Mark (Verzeihung: Euro) mit zu verdienen, es ist aber nur ein nützlicher Nebeneffekt.
Meine erste Erfahrung mit der Fotografie, habe ich als kleines Mädchen, in der Küche meiner Eltern gemacht. Mein Vater und meine Mutter saßen am Küchentisch, die Fenster wurden mit Wolldecken zugehängt und es brannte eine rote Birne unter der Decke. Diese Welt hat mich gefangen! Es sind nur einzelne Bilder, die im Kopf aufblitzen, wenn ich an meine Kindheit in Kasachstan denke – aber diese Bilder haben mich wohl am stärksten geprägt.
Später, als wir schon in Deutschland lebten, und die Bilder langsam verblassten, hatte ich mein nächstes Schlüsselerlebnis. Ich machte ein Praktikum bei einem Fotografen der alten Schule. In seiner Dunkelkammer hing ebenfalls eine rote Birne und es roch nach dem Fixierbad. Zum „Inventar“ dieses Labörchens gehörte eine alte Laborantin, die längst im Rentenalter war. Ich saugte Wissen auf wie ein Schwamm!!! Sie erklärte mit viel Geduld und Liebe, was ich zu tun habe: wie man die Planfilme ordentlich entwickelt, wie man sie anschließend mit weichen Bleistiftmienen retuschiert, und wie man sie mit einem alten „Kontaktgerät“ zum „Positiv“ erwachen lässt.
Weitere zwei Jahre später, hatte ich einen riesen Glück, und durfte meine Ausbildung zur Fotolaborantin im „Fotolabor Jochen Rohner“ in Aachen absolvieren. Alles, was ich kann, habe ich da gelernt! Vielen Dank an dieser Stelle, Jochen!
Schwarzweiß Welt wurde zur meiner Welt. Ich war bereit, dort meine freie Zeit zu verbringen. Während meiner zweiten Ausbildung zur Fotografin, an der Uniklinikum Aachen, arbeitete ich auch fast die ganze freie Zeit beim „Rohner“. Riesengroße Barytabzüge für Hors Hamann (New York Vertikal), hatten ihre Geburtsstation in der Bachstraße 22. Ich bin sehr stolz darauf, dabei mitgewirkt zu haben!
Auch mein Meisterstück konnte ich nicht „digital“ machen: komplett mit Sinar auf Planfilm und Rollfilm aufgenommen, Abzüge selbstverständlich auf Barytpapier abgezogen – das ist das „wahre“ Handwerk, zumindest in meinen Augen.
Seit dieser Zeit, sind wieder 6 Jahre vergangen. „Fotolabor Rohner“ gibt’s nicht mehr in Aachen, es ist in die Hauptstadt gezogen, wo mehr Bedarf an der „Analogen Kunst“ herrscht. www.jochen-rohner.de
Ich selbst wohne auch mittlerweile nicht mehr in Aachen… aber der Traum ist geblieben: eine eigene Ecke zum Arbeiten haben und „schwarzweiß“ Kunst schaffen. Erst mal für sich selbst.
Dieser Traum geht langsam in Erfüllung! Ich habe sehr viel Glück, das meine Familie mich versteht und auch unterstützt! Mein eigenes Studio, mit kleinem Labörchen ist im Ausbau. Direkt vor der Tür, so , dass ich beides haben kann: für meine Kinder da sein und meinen Traum leben. Was will man mehr? Ganz großen Dank an meine Lieben!
Jetzt fragt ihr euch, warum erzählt sie das?
Ganz einfach. Ich möchte meine Erfahrungen mit denjenigen teilen, die es auch so empfinden und die “Analoge Kunst” nicht verlieren wollen. Die Möglichkeit bieten, für die die sich dafür interessieren, es zu erleben.
Vielleicht auch kleine Schulungen zu geben, wenn Interesse bestehen sollte.
Vielleicht für jemanden schöne Abzüge auf Baryt herzustellen, der es zuschätzen weiss.
Vielleicht auch eure Filmchen in Handarbeit zu entwickeln, wenn es gewünscht wird… mal sehen, was die Zukunft bringt.
Äußert euch, meldet euch. Ich freue mich, euch zu finden!